Henner fährt zum Regenbogen

Ein Nachruf für unseren Freund und Kollegen

Wer Henner kennt, der weiß, dass er weiß Gott kein vorsichtiger oder leiser Mensch war. Für Henner war das Leben, war die Welt, wie ein großer Kessel mit leckerem Gulasch – alles, was es brauchte um es zu genießen, war eine Kelle und ein guter Wein. Mit großem Schock und viel Traurigkeit mussten wir Anfang dieses Monats von seinem plötzlichen Tod erfahren: Das gesamte SLEEPY-Team steht noch immer ganz neben sich. Dass unser Henner als erster die letzte Fahrt zum Regenbogen antritt, damit hätte niemand gerechnet. Ein sympathischer, freundlicher, immer gutgelaunter Lebemann.

Noch am 1. Mai feiern wir mit ihm zusammen sein 20-jähriges Firmenjubiläum bei SLEEPY: Henner war eine Institution, eine Säule des Yachttransports bei uns. Stets da, wenn man ihn brauchte, immer verlässlich. Henner war ein Allrounder. Auf seinem LKW konnten wir von groß bis klein, von dick bis dünn, von Carbon bis Stahl einfach alles laden. Dabei liebte er es, unterwegs zu sein. Wenn jemand das Fernfahrer-Ideal á la „Auf Achse“ wirklich gelebt hat, dann war es Henner! Noch immer hält er den SLEEPY-internen Rekord: Die Durchquerung Europas vom Nordkapp bis Südspanien mit nur zwei Touren.

Henner war gern lange unterwegs. Er konnte gut mit sich sein. Noch viel lieber war er zusammen mit Anderen. Ob es die zufälligen oder die geplanten Treffen waren, wenn unsere Kollegen unterwegs auf Henners LKW trafen, dann öffnete er seine berühmte Onboard-Küche. „Kochen wie daheim“ war das Motto, Dosensuppen kamen bei ihm nicht aufs Feuer. Dabei unterschied er gekonnt zwischen „muss schnell gehen“ und einer wie ein Theaterstück einstudierten Kochzeremonie für Langzeitgargerichte. Letzteres erforderte erlesene, lokale Zutaten, die dann oftmals vom BF-3 Begleiter eingeholt wurden und langsames Einkochen mit unermesslich köstlichen Weinen der Region. Diese Gelage, vor allem bei den Schlemmertouren ins Medoc bei Bordeaux oder nach Spanien, sind legendär.

Sein Tod reißt ein tiefes Loch. Wie schnell es gehen kann, wie fragil das Leben und wie anfällig selbst die positivsten, belastbarsten und stämmigsten von uns sind, ist die Lehre. Wir trauern um einen ganz besonderen Kollegen. Seiner Familie und den Hinterbliebenen wünschen wir ganz viel Kraft. Und irgendwie wissen wir, dass Henner da, wo er jetzt angekommen ist, vielleicht auch einfach nur die Pantry ausklappt, einen guten Lafitte aus dem Führerhaus holt und die ganze Mannschaft einlädt.

Gute Reise, lieber Freund, wir vermissen Dich!