SLEEPY auf dem Cannes Yachting Festival
Dass sich die Dinge permanent im Wandel befinden, gehört zur Natur der Sache. Gerade die Logistikbranche, deren Teil wir als Yacht- und Spezialtransporteure sind, spürt sehr unmittelbar und meist sofort, wenn sich am Markt „etwas tut“. Im Guten wie, leider, auch im Schlechten. Dass es den Werften zurzeit nicht besonders gut geht, ist kein Geheimnis: Die Preissteigerungen bei Neubooten seit Corona und die allgemein gestiegenen Betriebskosten von Yachten – vor allem den spritfressenden Motoryachten – haben den Absatz der Bootsbranche um 30 bis 50% sinken lassen. Das ist längst kein Geheimnis mehr – und das merken wir als Yachttransporteure natürlich. Unser Axel Silgmann ist daher auch nach Cannes auf die Messe gefahren, um direkt am Puls der Branche mit den Machern zu sprechen – denn neben handfesten Transportaufträgen, sollte Axel News aus erster Hand mitbringen. Was er auch tat.
Gerade die Großserien-Hersteller leiden darunter, dass die Mittelschicht als Kunde weggebrochen ist. Wenn eine normale 10-Meter-Yacht heutzutage im Neupreis locker die 200.000 Euro-Marke reißt, ist der Traum für viele Normalverdiener einfach nicht mehr finanzierbar. Bootsfinanzierungen sind bei 8 bis 9.x% p.a. angekommen – wer kauft sich ein Segelboot zu den Konditionen eines Dispo-Kredits? Dennoch: Boote und Yachten werden immer verkauft. Und müssen von A nach B gebracht werden: Werften und Kunden, gerade heute, setzen daher vermehrt auf Logistik-Partner, auf die sie sich verlassen können. Pünktliche Lieferung, alles legal, von Profis beschädigungsfrei durchgeführt. Axel Silgmann beschreibt dieses anscheinende Paradoxon so: „Wenn jemand jetzt schon so immens hohe Bootspreise bezahlen wird, dann möchte er natürlich auf keinen Fall, dass dann ausgerechnet auf den letzten Metern beim beim Billig-Transport etwa schief geht!“ Bootstransporte sind anteilig am gesamten Bootsbudget eher kleine Posten.
Weniger Neuboot-Transporte …
… wie können wir hier reagieren? Die Auftragstasche von Axel füllt sich während der Messe zufriedenstellend: Direkt nach Cannes müssen einige Boote zu den Folgemessen, wir fahren Yachten auf die die Interboot in Friedrichshafen, die nächste Woche am Bodensee startet und einige Werften haben auch schon ihre Transporte für die BOOT Düsseldorf in Auftrag gegeben. Dennoch stellen wir uns natürlich auch darauf ein, dass der Neuboot-Markt zurzeit eher schwächelt: Große Luxus-Yachten werden nach wie vor gekauft, was wir an den Aufträgen von Nautor´s Swan oder Targa merken. Und dann sind da noch die Hausboote und Mobilheime.
Seit Corona haben Mobilheime und Hausboote in Deutschland geradezu Hochkonjunktur. Wir fahren auch immer mehr Tiny Houses. „Was wir an Yacht-Transportaufträgen weniger reinbekommen, wird mit Mobilheimen ausgeglichen“, verrät er uns. Gerade Corona habe irgendwie bei den Deutschen einen „Boom“ ausgelöst, sich einen kleinen Bungalow ins Grüne zu stellen. Viele Hersteller haben nachgezogen und bieten tolle Lösungen an, von minimalistisch bis Luxus-Haus. „Die technischen Anforderungen an die Trailer und Fahrer sind hierbei anders, als beim Bootstransport. Wer aber schon Millionenwerte wie eine Luxusyacht gefahren hat, der kommt mit einem luxuriösen Mobilheim auch gut zurecht“, verrät er. Wussten Sie, dass der Yachtbauer beispielsweise Beneteau eine eigene Mobilheim-Marke besessen hat? Doch zurück zur Bootsmesse …
Bootseigner probieren neue Reviere aus.
Denn hier trifft Axel nicht nur viele bekannte Gesichter aus der Yachtbau-Branche, sondern auch den einen oder anderen Privatkunden. Das SLEEPY-Logo auf blauem Grund ist halt bekannt bei Seglern und Motorboot-Enthusiasten: „Immer mehr Boots-Eigner sagen sich: Wenn die Neubootpreise so hoch bleiben, kaufen wir uns zwar kein neues Boot – aber wechseln wenigstens das Revier!“, erzählt er. Wir verzeichnen immer mehr Auftragseingänge von Yacht-Besitzern, die nach vielen Jahren Ostsee nun die Adria ausprobieren wollen. Oder Bodensee-Segler, die ins Mittelmeer wollen. So füllt sich die Auftragstasche von Axel umso mehr.
Die Rechnung ist einfach: Das alte Boot wird nochmal auf Vordermann gebracht: Neuer Mast, neue Segel oder neue Elektronik – und dann darf sich die Familie aussuchen, ob es nach Kroatien, an die Cote d´Azur oder auf die Balearen geht. „Nach vielen verregneten und kurzen Sommern gönnen sich viele Ostsee-Segler den „richtigen“ Sommer im Süden. Der Bootstransport kostet wesentlich weniger, als ein Neuboot. Liegeplätze hat es beispielsweise in Griechenland oder Slowenien noch genug.“, weiß Axel. „Wer clever recherchiert, der findet selbst hier an der Cote d´Azur bezahlbare Heimathäfen – es muss ja nicht immer gleich Saint Tropez sein. Port Napoleon tut es allemal!“ Zwar erfordern diese Transporte mehr Arbeit von unserer Seite aus, da sie unregelmäßiger reinkommen und schwerer im voraus planbar sind, als Werfttransporte, sie sind aber oftmals auch einfacher. Und spannender: So lernen unsere Fahrer auch immer wieder neue Häfen kennen, als die Standard-Auslieferungshäfen der Werften.
Wenn auch Sie einen Revierwechsel planen, lassen Sie uns gern gemeinsam die Reise Ihres Bootes aufsetzen, denn oftmals können wir mit unserer Erfahrung gute Kommissionierungshäfen und -Firmen empfehlen!
Werften setzen weiterhin auf Qualität.
Was die Werften angeht, ist es so dunkel dann auch wieder nicht am Horizont. Zwar sind die Massen an Yachten einfach nicht mehr da, weil es die Produktionszahlen zurzeit nicht hergeben, was Axel allerdings freut ist weiterhin das Commitment der Hersteller, auch in schwierigen Zeiten nicht auf die Billig-Schiene zu wechseln. Das haben wir beispielsweise im vergangenen Artikel im Interview mit Bavaria Marketing-Chef Markus Schlichtig gut umschrieben. Den trifft Axel Silgmann in Cannes auch wieder – und bespricht das Setup für Düsseldorf.
Denn unabhängig von der Marktsituation bleibt im Logistik-Gewerbe auch weiterhin der Druck von Billig-Anbietern, die vor allem aus dem osteuropäischen Raum mit Dumpingpreisen auf den Markt drängen. Da werden LKW wie auch Menschen bis an die Belastungsgrenzen (und oft darüber hinaus) gefahren und müssen teilweise unter unwürdigen Bedingungen arbeiten. Genehmigungen können fehlen, ebenso wie die Fachkenntnis und Expertise beim Transport so hochwertiger Transportgüter. „Gut, dass die Yachtbranche hier zum größten Teil auch weiterhin auf die Kompetenz dezidierter Spezialunternehmen wie SLEEPY setzt!“, sagt Axel. Einen großen Anteil an diesem Commitment tragen Menschen wie Axel – und „Alte Hasen“, wie der Schweizer Bootshändler Markus Graf, den Axel hier auf dem Stand trifft.
Etwas Abstraktes wie “Geschäftsbeziehungen” sind am Ende nichts weiter als Beziehungen zwischen Menschen. Menschen, die sich in die Augen schauen, die Dinge verabreden, die sich die Hände darauf geben und die schon – wie im Falle Markus Graf – seit fast 30 Jahren zusammen arbeiten. „Wir vertrauen uns. Wir wissen, was wichtig ist und wissen auch, wie wir was tun müssen, damit unsere Kunden zufrieden sind.“, sagt Axel. Markus Graf stimmt zu: Es gibt (viel) mehr, als nur den schnöden Preis – nämlich Vertrauen, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Sicherheit. „Und es gibt einfach Dinge, an denen darf man nicht sparen! Basta“, sagt Markus – dem ist die sichere, beschädigungsfreie Lieferung seiner Kundenboote wichtiger, als ein paar tausend Euro mehr oder weniger. Wie gesagt: Im Gesamtbudget eines Bootes spielt der Bootstransport eher eine kleinere Rolle.
Quo vadis, Bootsbranche?
Was bringt Axel Silgmann nun also mit nach Hause? Eine mehr als ansehnliche Anzahl an Transportaufträgen, viele neue interessante Kontakte von Menschen, die wir in den nächsten Wochen kontaktieren und sprechen werden und jede Menge Eindrücke aus Cannes. „Dies ist eine Branche, die sich schon immer neu erfinden musste.“, sagt er. Axel ist auch so ein „Alter Hase“ und kennt das Auf und Ab bei den Yachten. „Viele Hersteller haben Boote im Ärmel, die attraktive Angebote an Kunden sind und auf das momentane Hochpreisniveau reagieren. Wie die Voyager von Bavaria beispielsweise, die wir schon sehr oft gefahren sind. Andere Hersteller werden ähnliche Angebote bringen.“ Axel ist guter Dinge: Da tut sich etwas, meint er.
Wir freuen uns über die Gespräche mit Kunden, neuen wie alten, und bedanken uns im Namen von Axel für die vielen Kontakte in Cannes! Wenn Sie einen Bootstransport im Auge haben oder die Idee eines Revierwechsels ganz charmant finden, beziehen Sie uns bitte gern so früh wie möglich in Ihre Gedanken ein: Oftmals können unsere Disponenten mit etwas mehr Vorlauf Transporte so koordinieren, dass beispielsweise keine Leerfahrten bei der An- oder Abreise entstehen. Das senkt für Sie die Kosten nochmals deutlich. Also: Wir freuen uns darauf, Sie bei der einen oder andere Messe wiederzusehen, Ihre Yacht von A nach B zu fahren oder einen solchen Transport mit Ihnen zu planen!