Yacht auf LKW auf Schiff: Bootstransport und Fähren

Über den Zeit- und Geldsparfaktor der Fähren beim Yachttransport

Dass ein Schiff auf einem LKW fährt, ist eigentlich schon “verrückt“ genug. Aber dass das Schiff auf dem LKW dann wiederum selbst mit einem Schiff mitfährt, das macht die Sache erst richtig rund, finden Sie nicht auch? Spaß beiseite: Fähren spielen nicht nur im Personentransport, für PKW oder den Urlaubs-Caravan, eine wichtige Rolle, sie halten vor allem die Waren-Logistik Europas auf Trab. Unsere Ostsee und das Mittelmeer bieten dabei schnelle, sichere und sinnvolle „Abkürzungen“, die auch wir mit Ihren Yachten huckepack gern und oft nutzen.

Kommt gar nicht so selten vor: Yacht auf LKW auf Schiff

Wir möchten Ihnen in diesem Blog-Artikel einen etwas tieferen Einblick geben in eine Welt, die oftmals eher unterrepräsentiert ist. Fährpassagen sind vor allem bei Yachtlieferungen aus oder in den skandinavischen Norden sehr wichtig, spielen aber auch bei so mancher Mittelmeer-Destination für neue und gebrauchte Boote eine wichtige Rolle. Kommen Sie also – buchstäblich – gern mal mit an Bord.

Warum Fähren für die europäische Logistik so wichtig sind

Wer sich eine Yacht aus Skandinavien kauft, der kann diese natürlich gern selbst in das Heimatrevier segeln oder fahren. Meist aber übernehmen Yachttransporteure wie wir die erste Reise des neuen Bootes. Marken wir Targa (aus dem finnischen Norden), Baltic Yachts (noch weiter im Norden Finnlands) oder auch die Edel-Schmiede Nautor´s Swan sind so weitab gelegen, dass sich die Fähre für die Überquerung der Ostsee fast schon aufdrängt.

Bei den Spritkosten lohnt es sich doppelt!

Andere Marken, wie Hallberg-Rassy, Arcona, Najad oder auch Linjett (die dann aus West- oder aus Ost-Schweden) kommen, benötigen weniger lange Fähr-Passagen, diese erleichtern aber durchaus auch den Transport. Dabei unterscheiden wir kurze Fähr-Passagen, wie beispielsweise Helsingör-Helsingborg im Norden Kopenhagens, die Fehmarn-Rödby-Fähre, Tallinn-Helsinki oder auch Gedser-Rostock, wo es nur um wenige Stunden oder gar Minuten geht, und längere Fähr-Abschnitte, wie meist die von Finnland durch die gesamte Ostsee oder auch die Mittelmeer-Routen. Meist sind diese Passagen so angelegt, dass sie über Nacht stattfinden, was für unsere Fahrer besonders angenehm ist. Dazu aber später mehr.

Los geht es!

Wenn Sie eine Yacht auf eine Insel geliefert haben möchten, sei es Mallorca, Ibiza oder auch Inseln in Griechenland, dann ist eine Fährpassage unumgänglich. Ebenso gern lassen wir Yachten gern die Adria der Länge nach per Fähre durchqueren. Selten – kommt aber mehrmals im Jahr bei uns vor – nutzen wir auch die Fähren nach Afrika: Immerhin sind in Marocco und vor allem in Tunesien einige Produktionsstätten von bisweilen namhaften Bootsmarken.

Schnell, sicher und bezahlbar: Ihr Vorteil!

Die Vorteile der Fährpassage liegen auf der Hand: Der LKW steht sicher in den RoRo-Decks, ist also keinerlei Risiko ausgesetzt, auf der Straße unterwegs Beschädigungen in die wertvolle Fracht zu fahren. „Aufregend“ ist dabei für unsere Fahrer nur die Be- und Entladephase der Schiffe. Denn moderne RoRo-Fähren sind oftmals bis auf den letzten Standplatz ausgebucht. Die LKW stehen im wahrsten Sinne des Wortes oftmals nur Zentimeter voneinander entfernt. Das sichere Rangieren ist hier dann das A und O – auch das der benachbarten LKW.

Auch hier gilt: Maximale Sicherheit für Ihre Yacht!

Als Beispiel sei hier die Fährverbindung Travemünde-Helsinki. Dies ist eine Linie, die wir sehr oft fahren, um Yachten aus Finnland zu uns zu holen. Das Schiff braucht rund 30 Stunden für die Strecke. Unsere LKW wären netto (!) über Land zwar auch rund 25 bis 30 Stunden unterwegs, würden aber für die rund 1.800 Kilometer Strecke eine Menge Diesel verbrennen und Mautkosten ansammeln. Durch den Ruhepausen-Zwang würde sich die echte Brutto-Fahrtzeit signifikant verlängern. Die Fähre macht also fast immer mehr Sinn: Sie ist schneller, risikoärmer, billiger und sicherer.

Das will gekonnt sein!

Wenn man unsere Fahrer fragt, dann bevorzugen diese natürlich die Routenvarianten mit Schiffsverbindungen. Denn obwohl die allermeisten von ihnen echte, leidenschaftliche Berufskraftfahrer sind, die sehr gern am Steuer sitzen und die Langstrecke lieben, bietet so eine Fähr-Passage dennoch oftmals eine sehr willkommene Ruhe-Pause. Denn man kann sich vorstellen, dass die Ruhepause im Fahrerhaus auf einer überfüllten Autobahn-Raststätte im Vergleich zum Sonnendeck einer Fähre nicht wirklich etwas zu bieten hat …

Willkommene Erholungsphasen für unsere Fahrer

Die Pausen – bei uns „Ruhezeiten“ genannt – sind für LKW-Fahrer nicht ohne Grund sehr streng geregelt. Sie sind im Sinne der Fahrsicherheit und Ausgeruhtheit der Fahrer so angelegt, dass immer ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit und Konzentration garantiert ist. Nach 4.5 Stunden muss immer eine Pause von 45 gemacht werden. Innerhalb von 24 Stunden müssen 11 Stunden geruht werden, die man auf 3 + 9 aufteilen kann.

Jetzt heißt es erstmal: Ausspannen!

Sie haben sicher unseren Artikel über die Arbeit unserer Routenplaner und Disponenten schon gelesen: Dort zeigen wir, wie wichtig die Streckenplanung im voraus ist. Wenn die Kollegen in der Dispo wissen, dass eine Fährpassage ansteht, planen sie meist die Reise – und damit die Pausenzeiten – so, dass die Zeit auf der Fähre gleichsam auch im Ruhezeiten-Plan sinnvoll eingegliedert ist: Denn bei aller Seefahrts-Romantik wollen wir natürlich nicht wertvolle Lenkzeit „vergeuden“. Das Ziel ist und bleibt weiterhin, Ihre Yachten so schnell wie möglich an den Zielort transportiert zu bekommen. Daher: Anfahrt an die Fähre am Ende eine Lenk-Periode, Ruhezeit unterwegs an Bord. Und dann frisch ausgeruht wieder auf die Straße.

Oft kommen wir SEHR früh an.

Für unsere Fahrer – das sehen Sie an den Fotos – sind diese Fähr-Passagen immer wie kleine Urlaubstage. Je nach Dauer und Strecke mit Schlafkabine gesegnet, können sie das Auslaufen an Deck genießen, der lieben Sonne gute Nacht sagen und wachen dann nach einer schönen, erholsamen langen Nacht frisch am nächsten Morgen auf. Besonders schön sind die Fähren, die einen von Urlaubern abgetrennten LKW-Bereich bieten: Hier sind die Preise im Restaurant beispielsweise viel attraktiver, man „ist unter sich“ und kann oft den einen oder anderen Kollegen zum Fachsimpeln treffen. Apropos: Die Zeiten der Saufgelage an Bord sind definitiv vorbei!

Wann steht bei Ihnen ein nächster Yachttransport an?

Wir hoffen, dass dieser kleine Einblick in eine weitere Facette unseres schönen Geschäftsfelds interessant für Sie war. Es ist eben ein aufregender, komplexer Job, diese Yachttransport-Branche. Wenn Sie in nächster Zukunft planen, ein Boot von A nach B zu bringen und diese Distanz nicht auf eigenem Kiel bewältigen können oder möchten, wenden Sie sich bitte gern an uns: Wir unterbreiten Ihnen ein faires Angebot! Und wer weiß, vielleicht senden wir Ihnen ja dann auch ein Foto von Ihrem Boot auf einem LKW auf einem Schiff …?

Kiel Ahoi! Weiter geht es!

Aktuell interessant: Unsere beiden SLEEPY-Experten Axel Silgmann und Falk Siemhs werden auf dem Cannes Yachting Festival sein. Dort haben die Beiden nicht nur schicke Yachten angeliefert, sondern sind auch als Botschafter des professionellen Bootstransportes unterwegs: Sprechen Sie uns gern an, wir würden uns sehr freuen! Axel und Falk sind am 8. und 9. September vor Ort.

Welches SLEEPY-Thema interessiert Sie? Senden Sie uns gern einen Wunsch, welches Detail aus dem Yachttransport-Business Sie gern im Blog als nächstes lesen möchten: Technik, Menschen und Produkte.