Unterwegs mit dem BF-3 Begleitfahrzeug

Alles zu diesem spannenden Job: Vom Scouting bis zur Streckensicherung

Auch wenn alle Augen meist auf die beeindruckenden und schicken Segel- und Motoryachten gerichtet sind, ohne die Arbeit unserer Kollegen an Bord der BF-3 Fahrzeuge sind die allermeisten Fahrten unmöglich. Denn ab einer Breite von 3.50 m außerorts ist in Deutschland ein solches vorgeschrieben. Wir möchten Sie in diesem Artikel mit an Bord nehmen und Ihnen den spannenden Job des Begleitfahrzeug-Führers im BF-3 Auto näher bringen. Denn eines ist klar – wenn diese Autos nicht wären, würde Ihre Yacht, Ihr Hausboot oder jede andere Fracht, welche die Standardmaße überschreitet, nicht am Ziel ankommen.

Wird angesichts der beeindruckenden Yachten oft übersehen ... das gelbe BF-3

In der SLEEPY-Flotte verfügen wir über eine eigene Flotte an BF-3 Fahrzeugen, damit wir unabhängiger von Dritten sind. Und damit haben wir natürlich auch eine Anzahl eigener Fahrer: Wir bieten ein tolles Arbeitsumfeld, spannende Routen durch ganz Europa, ein kameradschaftliches Team und natürlich volle Spesen-Vergütung. Ob der Job des BF-3-Fahrers etwas für Sie ist? Lassen Sie es uns herausfinden! Was macht ein BF-3 Begleitfahrzeug eigentlich alles?

Ohne BF-3 läuft hier gar nix!

Ein BF3-Begleitfahrzeug (auch BF3-Begleitung genannt) spielt sowohl beim Yachttransport wie auch bei allen anderen Großraum- und Schwerlasttransporten eine ganz entscheidende Rolle. Da Yachttransporte aufgrund der Abmessungen der Boote sehr oft in die Kategorie „Großraumtransporte“ fallen, da sie extrem breit (häufig mehr als 4 bis 6 Meter), hoch und lang sind, müssen sie durch mindestens ein BF-3  begleitet werden. Das gilt besonders bei Überführungen von Yachten per Tieflader von der Produktions-Werft zu den Häfen oder bei Revierwechseln, beispielsweise vom Bodensee in die Ostsee oder von der Nordsee in das Mittelmeer. SLEEPY hat sich als Partner vieler Werften für europaweite Yachttransporte etabliert, wir fahren allerdings auch viele Boote „lokal“ in Norddeutschland, beispielsweise in ihr oder aus ihrem Winterlager.

Was sind die Aufgaben eines BF3-Begleitfahrzeugs beim Schwerlast- und Yachttransport?

Sie kennen das sicher von der Autobahn: Das oft quietschegelb lackierte und signalstark beklebte BF3-Fahrzeug fährt meist hinter dem Schwertransport her. Allerdings nicht immer, denn manchmal fährt es auch voraus, was sich je nach Genehmigung und Anforderungen der Strecke richtet. Die Kernaufgaben des BF-3 Begleiters ist dabei vor allem die Absicherung nach hinten. Gerade auf der Autobahn wird so das schnelle Auffahren durch die hohe Signalwirkung des BF-3 Fahrzeuges im voraus abgebremst. Sie haben es schon gesehen: BF-3 Fahrzeuge verfügen über eine Art „Haube“ …

Alles auf go: Wie WVZ ist bereit!

Dies ist die sogenannte Wechselverkehrszeichen-Anlage, auch WVZ-Anlage genannt. Man kann sie komplett einfahren, wenn das Fahrzeug nicht im Einsatz ist. Wenn unterwegs, steht sie immer aufrecht. Auf der WVZ-Anlage kann der Fahrer aus dem Cockpit per Knopfdruck die Anzeige verschiedener Verkehrsschilder steuern. Zu den wichtigstens gehören das Zeichen 101 („Achtung Gefahrenstelle!“, eine  rote Warntafel mit Ausrufezeichen), das Zeichen 276 („Überholverbot für alle Kfz!“) sowie das Zeichen 277 („Überholverbot für Kfz mit mehr als 3,5 t“). Die Anlage ist weithin sichtbar, da beleuchtet, und daher auch und vor allem nachts perfekt.

Große Verantwortung beim BF-3 Piloten!

Ein BF-3 Fahrzeug beeinflusst und lenkt damit gezielt den Verkehr. Eine besondere Verantwortung für den Fahrer! Er kann den nachfolgenden Verkehr gezielt einschränken oder warnen, wenn sich der Transport beispielsweise einer Engstelle, einer Brücke oder einem Kreisverkehr nähert. So verschafft das BF-3 Fahrzeug dem Fahrer des Schwertransportes „Luft“ und Raum zum Manövrieren in diesen Engstellen. Das BF-3 Auto kann auch das Überholen des Transportes für solche neuralgischen Stellen verbieten. Das gilt dann auch für Ortsdurchfahrten, an engen oder kurvigen Küsten- oder Gebirgsstraßen oder bei windanfälligen Streckenabschnitten. Doch woher weiß das der BF-3-Fahrer?

Immer für "seinen" Transport da: Das BF-3 Fahrzeug

Zunächst einmal sind alle Strecken, die wir fahren, vorweg Kilometer-genau festgelegt. Unsere Planer und Disponenten checken vor dem Transport auf aktuelle Baustellen oder andere Behinderungen – lesen Sie dazu gern diesen Artikel – und briefen die Fahrer natürlich entsprechend vor der Fahrt. Zudem stehen LKW-Fahrer und auch BF-Begleiter ständig in Funk- oder Telefon-Kontakt. Das hilft zum einen, um bei allzu eintönigen Strecken-Abschnitten den Fokus zu behalten, zum anderen aber auch, um sich gegenseitig zu warnen. So kann der LKW-Fahrer ad hoc um neue Sicherungsmaßnahmen bitten, der BF-3-Fahrer behält stets die Ladung während der Fahrt im Blick.

Was muss ein BF-3 Fahrer können?

Zunächst einmal ist dies ein Job für absolute Straßen-Liebhaber. Wer nicht gern im Auto unterwegs ist, der sollte das lassen: Das Leben eines BF-3-Fahrers unterscheidet sich kaum von dem des LKW-Fahrers. Vielleicht hat man im BF-3 Sprinter etwas mehr Platz, es sich etwas „wie daheim“ einzurichten: Viele Fahrer haben breite und komfortable Schlafbetten, Schränke und eine Pantry an Bord. Man „lebt“ ja fast im Auto, da soll es auch angenehm und bequem sein! Selbstverständlich braucht man einen Führerschein der Klasse B und dieser muss mindestens seit 2 Jahren ununterbrochen (!) gültig sein. Am liebsten sind uns Bewerber, die schon Erfahrungen im professionellen Speditionsgeschäft und Transportgewerbe haben: Viele BF-3 Fahrer sind ehemalige LKW-Fahrer, die „es etwas ruhiger angehen“ lassen wollen. Neueinsteiger sind aber auch willkommen, obwohl Neulingen in der BF-3-Szene eine Ausbildung bevorsteht.

Wie im Camper: Ein BF-3 von innen.

Denn als Fahrer der gelben Sprinter brauchen Sie einen BF3-Berechtigungsausweis, der von der Bundesfachgruppe Schwertransporte und Kranarbeiten e.V. oder vergleichbaren Instanzen offiziell ausgestellt wird. Um diesen zu erlangen, muss ein meist 2-tägiger Kurs absolviert werden, der in einer Prüfung mündet. Hier gibt es vertiefende Inhalte zur StVO/StVZO, es wird die Bedienung der WVZ-Anlage erlernt, man geht tief in das Verkehrsrecht bei Schwertransporten, die entsprechenden Sicherheitsvorschriften und erlernt den Umgang mit der Polizei. Wichtig: Alle 2 Jahre ist eine Auffrischungsschulung vorgeschrieben. Bei SLEEPY achten wir peinlich genau auf den hohen Ausbildungs-Standard aller unserer Fahrer, von denen die BF-3-Teams integraler Bestandteil sind!

Schlafen direkt neben der Yacht ...

Wir sind mit unseren Transporten vom hohen Norden Finnlands bis in die südlichsten Regionen des gesamten Mittelmeer-Raumes unterwegs. Es ist also zudem von Vorteil, dass man sehr gute deutsche Sprachkenntnisse hat, denn vorranging muss man die oft in Amtsdeutsch verfassten Auflagen verstehen und umsetzen können. Englischkenntnisse sind natürlich auch mehr als vorteilhaft, denn wir fahren von Frankreich bis nach Griechenland, von Norwegen bis nach Spanien. Wer vorher auf dem Bock unterwegs war oder die noch komplexeren BF-4 Begleiter gefahren ist, wird kein Problem haben.

Spannend und herausfordernd: Mit dem BF-3 unterwegs!

Das klingt schon sehr attraktiv, oder? Als BF-3-Fahrer ist man ein wichtiger Bestandteil von außergewöhnlichen Überland-Transporten: Eine 20 oder 30 Meter lange, mehrere Millionen Euro teure Superyacht über Land zu bewegen, ist kein Alltag! Man sieht die renommiertesten Werften Europas und kommt in alle möglichen Häfen. Von abgelegenen, kleinen romantischen Orten bis zu den luxuriösen 5-Sterne-Marinas. Der Sightseeing-Faktor ist gerade im Yachttransport-Geschäft immens hoch. Wer also das Wasser mag, der ist hier richtig: Ostsee, Nordsee, Englischer Kanal, Atlantik und Mittelmeer. Von der Cote d´Azur bis zu den Stränden des Marmara-Meeres sind SLEEPY-LKW mit Booten unterwegs: Und dahinter blinkt meist ein BF-3!

Es kann losgehen!

Die Zusammenarbeit mit hochprofessionellen Teams macht eine weitere spannende Seite des Jobs aus. Dazu gehören Kranunternehmen, die Polizei und andere Logistik-Experten. Es ist schon beeindruckend, wenn zwei übergroße Krane eine Aluminium-Yacht auf den Trailer heben, oder die Durchfahrt durch eine Stadt mit einer exklusiven Motorrad-Staffel abgesichert wird! Auch an Bord ist es nie langweilig, denn der BF-3-Fahrer muss die WZV-Anlage bedienen, den Funk, die Rundumleuchten und bei Bedarf auch weitere spezielle Warnmarkierungen am Fahrzeug anbringen. Manchmal muss man sogar vorausfahren, um etwa eine Durchfahrt zu „scouten“ oder mittels Höhenmesser eine unklare Brücke aus-checken.

Entscheidungen treffen

Das Spannende daran: Jeder Transport ist anders. Es gibt immer wieder neue Strecken, neue Herausforderungen wie enge Brücken, Baustellenumfahrungen oder Nachtfahrten mit Sperrungen. Nicht zu unterschätzen ist auch das Adrenalin bei kniffligen Situationen, wenn zum Beispiel ein Autofahrer trotz Überholverbot versucht, an Dir und der Yacht vorbeizukommen! Andere Länder, andere Sitten: Wenn Du die „freie“ deutsche Autobahn schon chaotisch findest, warte ab, wie das in Ländern wie Italien oder Portugal funktioniert …

Jeder Transport ist anders

LKW-Fahrer und mithin alle professionell auf den Straßen arbeitenden Kollegen sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Das gilt für das enge SLEEPY-Team ebenso, wie für die Yachttransport- und Schwerlastbranche im weiteren Sinne. Als BF-3-Fahrer gehört man natürlich dazu: Es ist ein ganz spezielles Gefühl, eine Mischung aus Stolz und Verantwortung. Auf den internationalen Fahrten lernt man schnell die lokalen Gepflogenheiten und nationalen Spezialitäten kennen. Irgendwann grüßt man sich, weil man sich kennt: Es gibt nicht viele Spezialisten wie uns.

Schattenseite Berufskraftfahrer: Das sollte man wissen

Na klar: Es gibt keinen Job, der nur toll ist! Selbst der Airbus-Captain oder ein Hirn-Chirurg hat mit den weniger angenehmen, den schlauchenden und den vielleicht manchmal nervigen Seiten seines „Traumjobs“ zu kämpfen. Das muss man eben akzeptieren – es gehört einfach dazu. Das gilt natürlich auch für den BF-3 Fahrer. Zunächst: Sich Tag für Tag über viele Stunden extrem hoch zu konzentrieren ist nicht Jedermanns Sache. Es geht eben nicht um das einfache Hinterherfahren beim Begleit-Dienst – hier muss vorausgedacht, mitgedacht und jederzeit hellwach gehandelt werden!

Sie mögen Nachtarbeit? Perfekt!

Vor allem die Nachtfahrten, welche zwischen 20 und 22 Uhr oder in der blauen Stunde bis 6 Uhr morgens stattfinden, gehen an die Substanz. Man ist hier unterwegs, um den normalen Verkehr zu meiden. So sind wenigstens die Straßen (halbwegs) frei. Doch der Stresspegel kann jederzeit auch bei wenig Verkehr steigen, etwa bei schlechtem Wetter, behindernden Sicht- und manchmal katastrophalen Straßenverhältnissen. Wenn dann noch aggressive Autofahrer ins Spiel kommen oder technische Probleme auftreten, heißt es „cool bleiben“! Das kann nicht jeder. Die Verantwortung für die wertvolle Ladung und natürlich auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer liegt auch in Ihren Händen: Das kann durchaus eine große mentale Belastung sein.

Hier verbringen Sie jede Menge Zeit ...

Hinzu kommt die physische Belastung. Zwar versuchen unsere Disponenten möglichst lückenlose Jobs zu organisieren, es kommt aber trotzdem immer wieder zu langen Wartezeiten. Die wiederum verlangen nach viel (auch privater) Flexibilität, denn wenn es an der Werft dann doch länger dauert, kann man nicht einfach losfahren. Als Berufskraftfahrer, so auch als BF-3-Begleiter, haben Sie oft unregelmäßige Arbeitszeiten mit wenig Spielraum für spontane Pläne. Und man ist manchmal wochenlang unterwegs. Die hohe direkte Verantwortung generiert Druck: Ein Fehler kann Millionenschäden oder schwere Unfälle verursachen! Aber malen wir den Teufel nicht an die Wand, denn eigentlich geht immer alles gut. Und das gibt dann zurecht einen enormen Stolz!

Sehen Sie das BF-3-Fahrzeug mit neuen Augen?

Wir hoffen, dass Ihnen diese Einblicke in ein weiteres Detail unserer Tätigkeiten ein wenig die Augen geöffnet hat. Denn die gelben Begleiter sind wesentlich mehr und sehr viel wichtiger, als „nur“ Ko-Piloten. Es ist ein spannender Nischenjob, der hohe Anforderungen an Psyche und Physis stellt, der viel Spezialwissen erfordert und ohne den ein Yacht- oder Schwertransport nicht möglich wäre. Hinzu kommt, dass BF-3-Fahrer im Branchenschnitt vergleichsweise gut bezahlt werden. Bei uns kommen die volle Erstattung von Spesen und sogar einige Zulagen hinzu.

... manchmal aber auch einfach nur alle 5 gerade sein lassen!

Viele unserer aktiven BF-3 Kollegen sagen, dass es „süchtig macht“, weil jeder Transport ein kleines Abenteuer ist. Hier treffen spannender Job und ungewöhnlicher Lebensrhythmus aufeinander: Winken Sie doch bei Ihrer nächsten Sichtung eines SLEEPY-Transportes auch dem Fahrer des gelben Begleitfahrzeuges zu. Er hat es wirklich verdient!