Hohe Diesel-Preise: Was passiert mit meinem Bootstransport?

Wir beantworten Ihre Fragen zur aktuellen Spritkosten-Lage.

Krisen sind nie gut, sie haben immer ein schlechtes Timing. Fast immer wirken sich Krisen auch automatisch auf Energiekosten aus, unmittelbar spüren Sie und wir das dann sofort an den Tankstellen. Wir kennen das Auf und Ab, wir haben schon jede Menge Krisen durchstehen müssen: Der letzte große Schock kam mit Corona, durch die Russland-Sanktionen haben sich ebenfalls die Energiekosten vervielfacht. Und nun der Iran-Krieg. Die Auswirkungen spüren wir alle, denn es gibt keine Ware, die nicht mit LKW transportiert werden muss: Es steigen somit nicht nur die Preise an der Tankstelle, sondern allgemein für alle Produkte und Waren auf dem Markt. Soweit, so schlecht.

Diesen bangen Blick beim Tanken kennen Sie sicher …

Immer wieder fragen uns aktuell Kunden und Auftraggeber, wie wir mit dieser Lage zurechtkommen. Und auch, wie sich diese hohen Preise auf die Transportkosten von Yachten oder andere Frachtgüter auswirken. Wir wollen im folgenden Artikel genau erklären, wie wir kalkulieren, wie wir handeln, wie wir versuchen, Sie zu schützen und was das am Ende bringt. Eines vorweg: Selbstverständlich müssen auch wir mit den hohen Kosten umgehen – und selbstverständlich müssen wir die Spritpreise an unsere Auftraggeber weiterreichen. Aber fangen wir am Anfang an …

Diesel-Preise in der Yachttransport-Kalkulation

Wenn Sie bei uns einen Yachttransport anfragen, dann setzt sich der Preis, den unsere Disponenten Max und Torsten Ihnen anbietet, aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen. Der Sprit ist nur einer, wenn auch kein unbeträchtlicher, aber eben nur einer von vielen. Andere Faktoren sind der Anfahrtsweg, der tatsächliche Transportweg, die Art des Fahrzeuges/Aufliegers, den wir für Ihren Transport schicken und natürlich die Kosten für ein oder mehr eventuelle BF-3 Begleitfahrzeuge.

Es hilft nichts: Tanken müssen wir alle!

Weiterhin müssen wir mögliche externe Kosten bedenken, wie Genehmigungen oder Mautgebühren. Letztlich wollen wir unseren LKW-Fahrern und auch dem Begleit-Team ein vernünftiges Gehalt zahlen, denn wie wir in verschiedenen anderen Artikeln schon oft dargelegt haben, sind wir bei SLEEPY sehr stolz auf top-ausgebildete, motivierte, langjährige Mitarbeiter die wirkliche Spezialisten und Kenner auf ihrem Gebiet sind. Für uns macht es keinen Sinn, Ihre teuren Yachten unterbezahlten, übermüdeten und unmotivierten Billig-Lohnkräften anzuvertrauen. In diesem Zusammenhang sollten noch die nicht unerheblichen Spesen erwähnt werden, denn die Kollegen sind auf Unterwegs-Verpflegung angewiesen: Sie kennen die Tankstellenpreise …

Hier passen mehrere hundert Liter Diesel hinein.

Und letztlich müssen wir alle natürlich auch noch etwas verdienen, wobei wir Ihnen versichern können, dass die Gewinnspannen im Transportgeschäft lächerlich gering sind – YouTube ist voll von Dokumentationen über die teils prekäre Lage im Speditions-Business. Gottseidank sind wir im Spezial- und Yachttransport-Gewerbe von dem skandalösen Preisdumping ausgenommen, dennoch spüren auch wir einen großen Druck aus den üblichen Billig-Ländern.

Die Auswirkungen aktueller Konflikte

Wie gesagt, ist der Iran-Krieg nicht die erste Krise, die wir erleben müssen. Es sind aber auch nicht unbedingt immer nur die plötzlichen und aufmerksamkeitsstarken Events, welche die Preise nach oben treiben, sondern auch Beschlüsse auf deutscher Regierungs-Ebene und in der EU. Wie wir zur CO2-Bepreisung, Maut und all den anderen Einschränkungen stehen, soll hier nicht diskutiert werden – Sie können sich das aber auch sicher schon denken. Es ist aber Fakt, dass auch ohne Ukraine, Corona und Iran-Krieg die Kosten seit Jahrzehnten „hausgemacht“ in die Höhe schießen.

… man mag kaum hinschauen!

Wir jedenfalls haben noch keinen Elektro-LKW gefunden, der eine 60 Fuß-Yacht oder einen überbreiten Industrie-Kessel transportieren könnte, und so sind wir weiterhin auf den „bösen“ Diesel angewiesen. Und müssen damit alle Preis-Steigerungen mitgehen. Leider sind auch die Entlastungsversuche unserer Bundesregierung, wie zuletzt das „nur einmal am Tag Preis anpassen“-Gesetz tüchtig in die Hose gegangen, sodass wir seit einigen Tagen verstärkt Diesel-Abrechnungen von unseren Fahrern aus ganz Europa eingereicht bekommen, bei denen einem Sehen und Hören vergehen könnte …

Diesel-Preise im europäischen Ausland

Bedenken Sie, dass wir als europäisch agierendes Unternehmen aber nicht nur die deutschen Preise im Auge behalten müssen, sondern die in allen Ländern, durch die wir fahren. Zurzeit kostet ein Liter LKW-Diesel bei uns 2.30 bis 2.44 Euro. Das ist heftig, es geht aber noch schlimmer: Dänemark und die Niederlande sind derzeit mit bis mehr als 2.80 Euro pro Liter traurige Spitzenreiter. Wir sind viel in Skandinavien unterwegs, wo es es derzeit in Schweden und Finnland bei 2.15 bis 2.23 Euro pro Liter steht. Etwas besser sieht es in Süd-Europa aus.

Die niedrigen Kaffee-Preise im Ausland sind da nur ein schwacher Trost.

Yachttransporte von oder nach Frankreich, aber auch an die Häfen in Spanien, sind noch vergleichsweise „glimpflich“ vom Preisschock davongekommen: Hier kostet ein Liter LKW-Diesel zwischen 2.19 und 2.22 in Frankreich, gerade zu „paradiesisch“ anmutenden 1.78 bis 1.85 in Spanien. Woran das liegt? Schauen Sie auf die Steuer-Anteile des Staates in den Ländern und die Einkaufspolitik, die dort anscheinend weniger ideologiegetrieben ist. Dennoch könnte man sagen, dass Yachttransporte in den Süden weniger vom aktuellen Preisschock betroffen sind. Schlechte Nachrichten also für die gerade auf Hochtouren laufende Einkransaison hier bei uns in Deutschland. Wir hoffen also noch auf ein möglichst schnelles Ende der Krise oder zur Abwechslung einmal klügere Maßnahmen der Regierung. Die Zeichen für Ersteres stehen ja gar nicht so schlecht …

Cleverer tanken, antizyklisch nachfüllen.

Dennoch machen uns die rasant gestiegenen Kosten natürlich sorgen. Aus betrieblicher Sicht und auch aus planerischer Sicht. Denn schon jetzt haben einige Kunden ihre Transportaufträge verschoben oder storniert. Das hilft aber nicht wirklich, denn die Boote müssen ja nun einmal aus den Werften zu den Händlern, aus dem Winterlager ins Wasser oder von einem Revier ins neue. Wir möchten die Zusatzkosten für Sie so gering wie möglich halten und natürlich nicht, dass Sie Ihre Transporte zurückhalten. Daher haben wir eine „Diesel-Zuschlag“-Klausel in die Verträge eingeführt. Sie schützt uns vor den hohen Energie-Kosten, und Sie vor pauschalisierten Mehrkosten.

Der „Diesel-Zuschlag“

Wenn Sie bei SLEEPY aktuell einen Transport anfragen, erhalten Sie also wie bisher auch eine Pauschalsumme im Angebot, die alles abdeckt. Wie bisher auch, werden eventuell während des Transportes anfallende, nicht im Vorweg zu kalkulierende Posten wie Polizei-Begleitung oder verkehrsbegleitende Maßnahmen, bei der Endabrechnung auf Sie umgelegt. Genauso verfahren wir mit dem Diesel-Zuschlag. Angesichts der stark unterschiedlichen Diesel-Preise haben wir temporär einen prozentualen Aufschlag auf den Angebotspreis erhoben.

Wir versuchen das Beste, um diese Zahlen so gering wie möglich zu halten!

Es hilft nichts. Wie gesagt, genauso, wie auch weiterhin die LKW für Lidl, Aldi & Co rollen müssen, wollen auch Sie Ihre Boote von A nach B gefahren haben. Wir versuchen stets, die für Sie beste Lösung zu schaffen: Etwa indem wir sinnlose Leerfahren vermeiden, indem wir Routen kombinieren und natürlich auch, indem unsere Kollegen clever tanken: Denn es macht schon einen Unterschied, ob wir noch mal schnell vor der Grenze die 800 Liter für 2.09 Euro vollmachen, oder später für 2.45 Euro!

Für sie – weiterhin! – bestmöglich unterwegs: SLEEPY!

Wir kommen da gemeinsam durch, da sind wir uns sicher. Aktuell ist eine kleine Besserung in Sicht, wobei die Preise weiterhin eher noch recht hoch sind. Hoffen wir, dass der gröbste Spuk bald ein Ende hat; hoffen wir, dass vielleicht doch dem schlimmsten Treiben der Konzerne ein Ende bereitet werden kann oder dass man vielleicht doch – wenigstens für die die Berufskraftfahr-Sparte – die Steuerlast etwas senkt. Bis dahin planen wir klug, tanken wir klug und versuchen, mit der Erfahrung vieler Krisen, die SLEEPY seit seiner Gründung 1984 abgeritten hat, auch diesen Wahnsinn durchzustehen. Gemeinsam mit Ihnen schaffen wir das!